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Osteodystrophie und Satinmeerschweinchengris1 landshuter moppelbande

 

Die Osteodystrophie (OD) der Meerschweinchen ist eine Skeletterkrankung , bei der den Knochen Calcium entzogen wird. Die Knochengrundsubstanz (Osteoid) wird abgebaut und durch instabiles Bindegewebe ersetzt. Neues Calcium das durch die Nahrung aufgenommen wird, wird nicht wieder in die Knochen eingebaut.

Die Erkrankung kommt gehäuft fast ausschließlich bei Satin-Meerschweinchen, welche es in allen Rassen und Farben gibt,  vor und ist hier vermutlich genetisch bedingt. Daher kommt auch der Beiname Satinkrankheit. Die Krankheit ist nicht ansteckend. Nur selten kommt eine Osteodystrophie auch bei Meerschweinchen ohne diese Besonderheit der Behaarung vor, dann ist sie zumeist Folge einer langanhaltenden Calciumunterversorgung (durch falsche Ernährung) oder einer chronischen Niereninsuffizienz.

Satinmeerschweinchen: Erkennbar an ihrem auffällig glänzendem Fell vererben leider häufig die Osteodystrophie (OD).  Der Glanz entsteht durch die besondere Haarstruktur. Die Haare sind hohl und reflektieren das Licht auf eine besondere Weise. Bei anderen Meerschweinchenrassen tritt OD nur selten auf.

Bei der Osteodystrophie sind vor allem die Kiefer- und Oberschenkelknochen betroffen. Sie führt zu einer Instabilität und Schädigung des Skeletts mit erheblichen Schmerzen, Haltungsstörungen (Abspreizen der Beine im Liegen), Bewegungsstörungen (abwechselndes Belasten, hoppelnder Gang, bis hin zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit) und Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme (Bevorzugung von Weichfutter, Verdauungsstörungen, später Abmagerung). Die Krankheit kann durch Röntgenaufnahmen schon vor Auftreten dieser Symptome festgestellt werden.

Der Krankheitsverlauf ist sehr variabel. Bei einigen Tieren sind bereits in einem Alter von 10 bis 12 Monaten so hochgradige Krankheitserscheinungen ausgebildet, dass sie eingeschläfert werden müssen. Bei anderen verläuft die Knochenentkalkung so schleichend, dass sie trotz röntgenologisch nachgewiesener Osteodystrophie ein durchschnittliches Alter erreichen, ohne jemals Symptome zu zeigen.

Eine Behandlung der Erkrankung ist nicht möglich, eine Gabe von Calcium hat keinen Effekt auf das Fortschreiten der Krankheit, da es nicht wieder in die Knochen eingelagert werden kann.  Im fortgeschrittenen Stadium sollte man dem Tier starkes Leiden ersparen und es einschläfern lassen. Eine Vermeidung der Osteodystrophie durch Zuchtauswahl ist kaum möglich, da sie meist erst in einem Alter nachgewiesen werden kann, in dem Zuchttiere längst Nachwuchs produziert haben. Die Kleintierklinik der Freien Universität Berlin, an der die entsprechenden Studien durchgeführt wurden, riet bis zu einer endgültigen Klärung des Problems von einer weiteren Zucht von Satinmeerschweinchen aus tierschützerischen und medizinischen Gründen ab.

Meerschweinchen mit OD werden im Schnitt nur 1 - 1,5 Jahre alt. Mehr Informationen und auch Röntgenbilder bekommen Sie auf dieser Seite von Frau Meier: Osteodystrophie.

Es gibt auch eine Studie der FU Berlin:

Diskussion zur OD

Ergebnisse der Untersuchung

Wenn man also Satinmeerschweinchen züchten möchte, so sollte man die Zuchttiere nur von Züchtern mit langjähriger Satinzucht und nachweislich gesunden und OD freien Linien, oder von Züchtern die über die Papiere nachweisen können, dass ihre Tiere aus solchen gesunden Linien abstammen, kaufen.

Da der Verdacht besteht, dass OD aus Verpaarungen Satin x Satin entsteht, sollte man von diesen Verpaarungen absehen und niemals Satin x Satin oder Satin x Satin-Träger verpaaren.

Weitere Interessante Infos zu OD gibt es auch beim OMNC